Quellen



Als Quelle wird der lokal begrenzte Bereich bezeichnet, an dem Wasser zeitweise oder ständig aus dem Boden tritt und oberirdisch abfließt. Der Quellbereich umfasst den vom Quellwasser geformte Bereich und den Anfang des abfließenden Baches. Quellen sind oft unscheinbar, doch sind sie ein besonderer Lebensraum mit spezialisierten Tier- und Pflanzenarten. Quellen bieten zwar das ganze Jahr hindurch konstante Umweltbedingungen. Die Wassertemperatur liegt ganzjährig zwischen 7-11 °C, aber der Sauerstoff- und Nährstoffgehalt sind sehr niedrig. Das ist nur was für Spezialisten. Quellen sind streng geschützte Lebensräume.


Quelle ist nicht gleich Quelle

In der Gebietskulisse befinden sich die Quellen der vier bekanntesten Gewässer im Kreis: die Siegquelle, die Lahnquelle, die Ederquelle und die Ilsequelle. Jede Quelle gehört zu einem anderen Quellentyp:

Sickerquelle

Die Siegquelle ist eine typische
Sickerquelle. An der Siegquelle tritt das Wasser an vielen verschiedenen Stellen an die Oberfläche. Eine Fließbewegung des Wassers ist kaum zu erkennen. Die Siegquelle wurde 2014 endlich aus einer „Quellmauer“ befreit und kann seit dem ihrer natürlichen Entwicklung und Dynamik folgen.

Tümpelquelle

Die Lahnqulle liegt wahrscheinlich am Grund eines Quellteiches, dem Lahntopf, und wird aus sieben unterirdischen Zuläufen gespeist. Aus dem Lahntopf fließt die junge Lahn oberirdisch ostwärts durch Weideland.

Sumpfquelle

Die Eder ist eine Sumpfquelle. Wie bei der Sickerquelle tritt das Wasser an vielen verschiedenen Stellen in einem flächigen Berich an die Oberfläche. Aber aufgrund der Topographie verbleibt das meiste Wasser im Quellbereich und bildet damit die Voraussetzung zur Entstehung eines Niedermoores und wie im Fall der Ederquelle auch die Voraussetzung für die Entstehung eines Moorbirken-Bruchwaldes.

Fließquelle


Die Ilsequelle gehört zum Typ der
Fließquelle. Sie besteht aus zwei Teilquellen, zum einen die Quelle der Ilse bei Heiligenborn, aus der die Ilse entspring und nach ca. 8,7 km in die Lahn fließt, und die ca. 500 m unterhalb der Ilsequelle liegende Heilige Ilsequelle. Bereits im Mittelalter war die Heilige Ilsequelle bekannt und gehörte zu den bekanntesten Heilquellen Mitteleuropas. Kranke pilgerten dort hin, tranken das Wasser der Ilsequelle oder tauchten in den künstlich angelegten Badeweiher ein, und hofften auf Heilung oder zumindest auf Linderung der Schmerzen.