Vögel am Rothaarkamm

Schwarzstorch
Dieser imposante Großvogel galt seit etwa 1910 im Rothaargebirge als ausgestorben. Zumindest gab es keine Brutvorkommen mehr. Erst 1989 wurde bei Altenteich wieder ein Horst entdeckt und danach gab es regelmäßige Brutnachweise. Im Siegerländer Teil des Rothaarkammes waren es jedes Jahr zwei bis drei aktive Horste. Schwarzstörche ( Ciconia nigra ) sind wesentlich scheuer als ihre weißen Vettern und sie benötigen ausgedehnte, unzerschnittene und störungsarme alte Waldbestände. Ab Ende Februar kommen die Altvögel aus ihren Winterquartieren zurück. Falls beide Partner die Strapazen des Vogelzuges überlebt haben, finden sich die Partner des Vorjahres wieder an dem letztjährigen Horst ein, an dem sofort mit Reparatur- und Erweiterungsarbeiten begonnen wird, bevor die Balz beginnt.
Der weibliche Storch legt 1 bis 4 Eier. Bei ausreichend Nahrungsangebot an Amphibien, Kleinfischen und Mäusen können sich daraus bis Ende Juli stattliche Jungstörche entwickeln. Im Gegensatz zu den Altvögeln mit dem auffälligen roten Schnabel und Beinen sind diese bei den Jungvögeln noch bis zum kommenden Jahr grün-grau gefärbt. Viele künstliche Kleingewässser, die in den Tälern des Rothaargebirges seit den Achziger-Jahren angelegt wurden haben zur Wiederbesiedlung beigetragen. Aber auch ein konsequenter Horstschutz, der Störungen durch Waldbesucher, aber auch durch forstliche Arbeiten verhindert, war ein weiterer Beitrag dieser Erfolgsgeschichte des Naturschutzes. Im August verlassen uns die Schwarzstörche wieder, um auf den weiten Weg in ihre Winterlebensräume zu starten.

