Waldlebensräume

Dieser Wald ist anders…

Der weitaus größte Teil der Kulisse für einen Nationalpark Rothaarkamm besteht aus ausgedehnten Wäldern mit sehr unterschiedlichem Aufbau und Zusammensetzung der Baum- und Straucharten und der Bodenvegetation.

Wenn man das Umfeld der Nationalparkkulisse betrachtet, fällt auf, dass es viele großflächige Kalamitätsflächen gibt, die nach den vergangenen Trockenjahren und dem Borkenkäferbefall entstanden sind. Diese gibt es in der Nationalpark-Kulisse zwar auch, aber weitem nicht so ausgeprägt und vielfach bereits mit einer neuen Waldgeneration versehen.

Der Staatswald am Rothaarkamm wurde frühzeitig (ab 1983) auf eine naturnahe Waldwirtschaft umgestellt. Viele der auch im Staatswald vorhandenen Fichtenreinbestände wurden schon lange vor der Großkalamität mit Buchen unterpflanzt, die heute, zusammen mit weiteren Mischbaumarten dafür sorgen, dass die Kalamitätsflächen keinen Steppencharakter haben.

Die heutigen Waldbilder sind das Ergebnis einer nachhaltigen und schonenden Bewirtschaftung des Waldes mit Verzicht auf Kahlschläge, pflegliche Durchforstungen und der Waldverjüngung durch Naturverjüngung der vorhandenen Baumarten bei vorsichtiger Ergänzung mit weiteren Mischbaumarten. Die Umsetzung wird durch die Siegel FSC (Forest Stevardship Council) und PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) dokumentiert und laufend überwacht.

Einige der ältesten Buchen- und Eichenwälder wurden 2014 als Wildnisentwicklungegebiete ausgewiesen. Diese stellen heute sozusagen das „Tafelsilber“ im Hinblick auf den Natur- und Artenschutz dar. Hier finden sich z.B. Höhlenzentren des Schwarzspechts oder Horstbäume von Greifvögeln oder auch dem Schwarzstorch. Ihr hoher Totholzanteil steigert den ökologischen Wert nochmal besonders.

Aber auch in den übrigen Waldbeständen findet man einen erfreulich hohen Anteil an Biotopbäumen, die mitterweile digital erfasst wurden und so bei der Bewirtschaftung des Waldes erhalten bleiben.

Die Wiederbewaldung der Kalamitätsflächen wurde inzwischen weitgehend durchgeführt. Es wurden keine flächigen Reinbestände mehr angelegt, sondern die vorhandene Naturverjüngung ergänzt und die Mischbaumarten in Gruppen oder kleinflächig dazu gepflanzt. In den FFH-Gebieten (Fauna- Flora-Habitate) wurden ausschließlich Baumarten verwendet, die dem jeweiligen Lebensraumtyp entsprechen.

Für all dieses sind Mitarbeitende des Landesbetriebs Wald und Holz NRW verantwortlich, die mit viel Engagemnt, handwerklichem Können und Fachwissen dafür gesorgt haben, dass dieser Wald „anders“ ist, und damit den hohen Qualitätskriterien, die an einen Nationalpark gestellt werden, bereits heute in weiten Teilen entspricht.

Wir gehen davon aus, dass allen Mitarbeitenden, die bisher in der Gebietskulisse eines Nationalpark-Rothaarkamm tätig waren, auch in einem Nationalpark, wenn gewünscht, eine vergleichbare Beschäftigung ermöglicht wird!

Dies insbesondere, weil ein NP-Rothaarkamm auf längere Sicht ein Entwicklungsnationalpark sein wird, in dem auch noch Baumfällungen erforderlich sein werden, sei es wegen Verkehrssicherung oder Entnahme unerwünschter Gehölze.


Nachfolgend einige Beispiele zur den Wäldern in der Nationalpark-Kulisse: