Pflanzen auf dem Rothaarkamm



Das Wald-Läusekraut ( Pedicularis sylvatica ) wächst entgegen seinem Namen nicht in Wäldern, sondern u.a. auf mageren, gerne feuchten Wiesen und Borstgrasrasen. Die Pflanze ist ein Halb-Parasit und „zapft“ Gräser und Seggen an. Früher wurde es aufgrund des giftigen Inhaltsstoffes Aucubin gegen Läuse verwendet. Das kommt heute nicht mehr in Frage, denn aufgrund des Verlustes seiner Lebensräume durch Überdüngung wird das Wald-Läusekraut immer seltener und steht unter Naturschutz.


Die bezaubernde Grünliche Waldhyazinthe ( Platanthera chlorantha ) ist eine unserer heimischen Orchideen, die wie alle ihre Verwandten sehr empfindlich auf Düngung reagiert. Die Pflanze wird von Nachtfaltern bestäubt und lebt in Symbiose mit Wurzelpilzen. Wie alle unsere Orchideen ist sie geschützt!




Die faszinierende Echte Mondraute ( Botrychium lunaria ) ist ein langsamwüchsiger Rautenfarn, bei dem es manchmal Jahre bis zur Keimung dauert, Sie wächst in Symbiose mit Wurzelpilzen. Ihr einziges Blatt und der fruchtbare sporentragende Teil sind nur wenige Wochen im Jahr sichtbar – manchmal erscheint beides gar nicht und sie legt ein Ruhejahr ein. Mondrauten reagieren äußerst sensibel auf Düngung und Überweidung und leben am liebsten u.a. auf lichten, leicht sauren Magerrasen, die nicht regelmäßig wirtschaftlich genutzt werden. Welch ein Glück, dass die bundesweit geschützte Pflanze hier in Siegen Wittgenstein noch Standorte findet!



Arnika ( Arnica montana ) fühlt sich auf mageren Bergwiesen wohl und wird aufgrund von Überdüngung, Verlust ihrer Lebensräume sowie verbotenem Sammelns immer seltener. Ihre sonnengelben Blüten sind von hoher ökologischer Bedeutung für sehr viele Insekten, vor allem für Bienen, Hummeln und Schwebfliegen. Die bekannte Heilpflanze steht unter Naturschutz und darf nicht gesammelt werden!



Der Salbei-Gamander ( Teucrium scorodonia ) ist eine typische Mittelgebirgspflanze, die bei uns einen ihrer Verbreitungsschwerpunkte hat. Er blüht im Sommer vielerorts am Waldrand und erfreut Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und verschiedene Falter mit seinen ungewöhnlichen Lippenblüten, die nur eine winzige Oberlippe haben. Seinen Namen verdankt er den Salbei-ähnlichen Blättern.



Zerstreut in schattigen Laubwäldern und Schluchten wächst das Ausdauernde Silberblatt ( Lunaria rediviva ) , auch Mondviole genannt. Die betörend duftenden zartlila Blüten locken Bienen und Nachtfalter an. Der Name nimmt Bezug auf die silbrig glänzenden Schoten, die sich im Herbst entwickeln. Die Pflanze ist geschützt und darf nicht gesammelt werden!gesammelt werden!



Das gefleckte Knabenkraut ( Dactylorhiza maculata ) gehört zu den heimischen, geschützten Orchideen. Knabenkräuter leben in Symbiose mit Wurzelpilzen in der Erde – dies zu wissen, macht es umso trauriger, wenn man sieht, dass die schöne Orchidee trotz Verbotes ausgegraben wurde, denn mit hoher Wahrscheinlichkeit geht sie im eigenen Garten ein. Knabenkräuter sind Nektartäuschblumen: Was für Insekten wie ein Festmahl aussieht, ist ein Trick, denn der Sporn der Blüten ist leer! Statt des ersehnten Nektars gibt’s nur ein dickes Pollenpaket auf den Kopf der Hummeln und Bienen, den diese dann zum nächsten Knabenkraut weiter tragen, und die Blüte bestäuben.


Der Fieberklee
( Menyanthes trifoliata ) verliert mit der Trockenlegung von Sümpfen und Mooren seinen Lebensraum und ist bundesweit geschützt. Der Sauerstoffarmut seines Standortes begegnet er, in dem er zur besseren Durchlüftung Stängel und Blattstiele mit einem regelrechten Durchlüftungsgewebe austattet. Seine weißen Blüten werden von Hummeln,Wespen, Bienen u.a. bestäubt.


Selten findet man den Siebenstern
( Trientalis europaea )
in moosreichen Wäldern und auf leicht moorigen Böden. Er ist die einzige heimische Art mit ( meist ) 7-zähligen Blüten. Da er zur Keimung besondere Boden- und Lichtverhältnisse benötigt, weicht er zur Vermehrung oft auf unterschiedliche Ausläufer aus, was jedoch den Nachteil hat, dass keine entfernteren Standorte besiedelt werden können.


Ein fast Chlorophyll-freies Leben führt die außergewöhnliche Schuppenwurz
( Lathraea squamaria )
, in dem sie als Vollparasit verschiedene Bäume anzapft, vor allem Haseln, Erlen und Pappeln. Die nicht sehr häufige Pflanze lebt zunächst jahrelang unterirdisch, später kann ihr Rhizom mehrere kg schwer werden. Ihre zartrosa Blüten werden gerne von Hummeln besucht.

Diese aussergewöhnliche Breitblättrige Stendelwurz ist eine sehr seltene
Mutation, dieser Pflanze fehlt vollständig das Blattgrün ( Chlorophyll )
deshalb erscheint sie weiß. Da sie kein Sonnenlicht für die
Photosynthes nutzen kann, lebt sie parasitär von unterirdischen Pilzen ( Mykorrhiza ). Der Pilz stellt den Zucker für sie bereit, den er wiederum
von anderen grünen Pflanzen der Umgebung abzapft.