Moore
Moore entstehen dort, wo der Boden fast ganzjährig nass ist. Das Wasser kann als Niederschlag den Boden tränken, oder der Grundwasserspiegel liegt nahe unter der Bodenoberfläche. Durch den Sauerstoffmangel im übernässten Boden und das sauer Bodenmilieu kann das abgestorbene organische Material nicht, nur sehr langsam oder nur unvollständig abgebaut werden. Der Aufbau von Pflanzen geht somit schneller von statten als ihr Abbau. Auf diese Weise entsteht Torf, der mit der Zeit an Mächtigkeit zunimmt und die Grundlage der Moore bildet. Allerdings wächst die Torfschicht pro Jahr nur 1 mm. Eine Torfschicht von 1 m Dicke entsteht erst nach 1000 Jahren, ist aber in wenigen Minuten zerstört. Moore sind sehr empfindliche Lebensräume und daher stark bedroht.
Niedermoor oder Hochmoor
Man unterschiedet zwischen Niedermoor und Hochmoor.
Hochmoor
Hochmoore (auch Regenmoore genannt) werden ausschließlich durch Regenwasser gespeist. Es gibt keinen Kontakt (mehr) zum Grundwasser und zum mit Mineralien angereicherten ursprünglichen Boden. Sie entstehen, wenn Torfmoose in großen Polstern über den Grundwasserspiegel hinauswachsen. Statt vom Grundwasser wird das Moor dann nur noch von Niederschlägen getränkt und auch die Nährstoffe stammen fast ausschließlich aus der Atmosphäre. Hochmoore heben sich oft uhrglasähnlich gewölbt von der Umgebung ab. Hochmoore sind daher extrem nährstoffarm und sauer, ein Lebensraum für Spezialisten.
Niedermoor
Niedermoore haben als permanente Wasserquelle den hoch liegenden Grundwasserspiegel oder Wasseransammlungen. Sie entstehen in feuchten Senken, wenn ein See verlandet, an Quellen oder in Flussniederungen. Der Boden ist relativ nährstoffreich. Hier können neben den Spezialisten auch andere Tier- und Pflanzenarten existieren. Niedermoore sind daher viel artenreicher als Hochmoore.
Wollgras und Knabenkraut als typische Arten im Niedermoor.

Übergangsmoor
Sogenannte Übergangsmoore bilden die Zwischenform zwischen Niedermoor und Hochmoor.

Moorschutz ist Klimaschutz,
Intakte Moore sind die effizientesten natürlichen Klimaschützer, die es gibt. Da bei dem Aufbau der pflanzlichen Biomasse, durch Bindung von CO₂ bei der Photosynthese, Kohlenstoff aus der Atmosphäre entzogen wird, bilden Moore eine Kohlenstoffsenke bzw. einen Kohlenstoffspeicher über viele Jahrhunderte, solange die Wassersättigung aufrecht erhalten bleibt.
