Medien und Wissenwertes
Kellerwald-Edersee – Ein Urwald in Europa (Teil 1)
Wildnis mitten in Deutschland, das ist der Nationalpark Kellerwald am Edersee. Rangerin Renée ist mit Besuchern unterwegs, um ohne Zelt im Urwald zu übernachten. Ganz anders bei Familie Hofmann: Sie hat komfortable Lodges mit Panoramablick gebaut und will so Touristen locken. Nationalparkleiter Manuel Schweiger begeistert sich und andere für die uralten Bäume: ein Schatz, der mit der höchsten Ehrung als „Weltnaturerbe“ geadelt wurde.
Kellerwald-Edersee – Ein Urwald in Europa (Teil 2)
Die Wandergruppe ist mitten im hessischen Urwald angekommen. Weil ein Gewitter aufzieht, wird die Übernachtung im Freien aufregender als geplant… Wie verändert sich die Natur im Wechsel der Jahreszeiten? Was macht die Schönheit des Buchen-Nationalparks im Herbst aus? Welche Tiere sind wann zu hören und zu sehen? Wie verzaubert der Schnee die Wildnis? Und kann Familie Hofmann mit ihren Naturlodges auch im Winter Gäste locken?
Nationalparks, die Sie kennen sollten
Die wilde Schönheit direkt vor der Haustür entdecken, das kann man in den insgesamt 16 deutschen Nationalparks. Jeder für sich ist ein kleines Universum. Vom Wattenmeer im Norden, wo Ebbe und Flut das Leben bestimmen, bis zum Berchtesgadener Land, wo die Naturgewalten rund um den Königssee den Besucher in ihren Bann ziehen. Wir erklimmen die Felsen der Sächsischen Schweiz, wo nicht selten Nebelschwaden ganze Täler verhüllen, und wandern durch den Bayerischen Wald auf der Suche nach einzigartigen Pilzen, die nur dort wachsen. Der Film gibt Einblicke in die vielfältige Natur Deutschlands und erzählt Geschichten über Menschen, die in diesen Schutzgebieten leben.
Die Berchtesgadener Alpen
Im Rahmen der großen Serie über Deutschlands schönste Naturregionen entstand das bildgewaltige Naturporträt über Deutschlands einzigen Alpennationalpark. Gezeigt werden extreme Lebensräume wie die Karstlandschaften des Steinernen Meeres, der Watzmann mit der höchsten Felswand der Ostalpen, das Wimbachgries mit seinen ständig wandernden Schuttströmen und der Königssee, einer der tiefsten Seen Deutschlands.
Wer in dieser Wildnis überleben will, muss perfekt an seine Umwelt angepasst sein. In schwindelnder Höhe begegnet man Gämsen mit ihren neugeborenen Kitzen, immer auf der Hut vor den Fängen des Steinadlers, Tarnkünstlern wie dem Schneehuhn und Bergblumen wie dem legendären Edelweiß. Auf den Hochalmen balgen sich Murmeltiere in extremer Zeitlupe, und in den Tiefen des Königssees laicht die rätselhafte Aalrutte, ein Meeresfisch, den es vor zehn Millionen Jahren ins Süßwasser verschlagen hat.
Das Wattenmeer
Millionen Jahre Erdgeschichte haben dort einen einzigartigen Lebensraum entstehen lassen. Forschende entdecken im Watt Spuren mittelalterlicher Siedlungen, Fossilien und Gesteine, die von der bewegten Entstehungsgeschichte der Region erzählen.
Ein Naturraum im ständigen Wandel
Das Wattenmeer ist ein Naturraum im ständigen Wandel. Mit dem Ende der letzten Eiszeit, vor rund 12.000 Jahren, formen Gletscher, Schmelzwasser und Sedimente eine Landschaft aus Küsten, Inseln und Watt. Ein Lebensraum, der sich seither unaufhörlich verändert.
Auf Sylt gibt Wissenschaftsjournalist Niklas Kolorz Einblicke in diese frühe Phase. Geophysiker Dr. Jasper Hoffmann zeigt ihm, wie eiszeitliche Gletscher Gestein aus Skandinavien bis an die Nordseeküste schieben. Ihre Spuren sind bis heute sichtbar, etwa im Roten Kliff oder im steinzeitlichen Megalithgrab Denghoog bei Wenningstedt.
Mit dem Rückzug der Gletscher wird die Region allmählich bewohnbar. Menschen siedeln an geschützten Ufern, nutzen die fruchtbaren Marschböden und passen ihr Leben dem Rhythmus der Gezeiten an. Über Jahrtausende entstehen Dörfer und Handelsplätze, doch die Nähe zum Meer bleibt riskant.
Auf der Suche nach einer versunkenen Ortschaft
Wie zerstörerisch die Kräfte des Wassers sein können, zeigt sich im Schicksal von Rungholt, einer blühenden mittelalterlichen Küstensiedlung, die im 14. Jahrhundert von einer Sturmflut zerstört wird. Gemeinsam mit einem Forschungsteam begibt sich Niklas Kolorz bei den nordfriesischen Halligen ins Watt. Mithilfe von Sonartechnik und GPS suchen sie nach den Überresten der versunkenen Ortschaft und dokumentieren, wie sich die Küstenlinie über Jahrhunderte verschoben hat.
Das Wattenmeer ist aber mehr als ein Archiv der Erdgeschichte. In den Schlickwattflächen von Rantum erklärt Biologin Dr. Svenja Reents, wie Seegras und Salzwiesen Nahrungsketten sichern, CO₂ binden und das Watt stabilisieren. Doch die Erwärmung der Meere bringt dieses Gleichgewicht ins Wanken.
Wie der Mensch auf den steigenden Meeresspiegel reagiert, zeigt sich im Umgang mit dem Küstenschutz. Deiche schützen Siedlungen vor Überflutung, greifen aber in natürliche Sedimentationsprozesse ein. Im Langwarder Groden erläutert Landschaftsökologin Julia Schwienheer, wie gezielte Deichflutungen helfen können, das Land mit dem Meeresspiegel mitwachsen zu lassen. Ein Versuch, mit dem Wandel zu leben, statt ihn aufzuhalten.
Millionen Jahre Erdgeschichte haben Deutschland geformt – mit Landschaften, die bis heute faszinieren. Wissenschaftsjournalist Niklas Kolorz geht ihren geologischen Geheimnissen auf den Grund.
Wildes Deutschland: Der Hainich – Thüringens Urwald
Frank und Sylvia Koschewski kommen mit faszinierenden Zeitraffern sowie außergewöhnlichen Nah- und Flugaufnahmen den Bewohnern und dem Kreislauf des Buchenwaldes auf die Spur. Sie zeigen, wie ein Wald zum Urwald wird.
Der halbwilde Wald · Unterwegs im Nationalpark Bayerischer Wald
Der Nationalpark Bayerischer Wald wurde am 7. Oktober 1970 gegründet. Er ist damit der älteste deutsche Nationalpark. Seitdem gilt hier das Motto: „Natur Natur sein lassen.“ Seit seiner Gründung gibt es Konflikte um den Nationalpark. Einfach nichts tun – das ist eine Herausforderung vor allem für die einheimische Bevölkerung. Filmautor Jürgen Eichinger berichtet von Kämpfen und Widerständen, von Erfolgen und Begeisterung – und von der Schönheit dieser wilden Waldnatur.
Der Film ist auch die Geschichte des Autors und Fotografen Herbert Pöhnl. Als Einheimischer hat er die Entwicklung des Nationalparks Bayerischer Wald über die Jahre hinweg hautnah in ihrer ganzen Ambivalenz miterlebt.
Heute bildet der Nationalpark Bayerischer Wald zusammen mit dem Nachbar-Nationalpark Sumava in Tschechien das größte Waldschutzgebiet Europas. Nirgendwo sonst zwischen Atlantik und Ural darf sich Natur auf so großer Fläche nach ihren eigenen Gesetzen entwickeln. Hier finden so seltene Tiere wie Luchs, Auerhuhn oder Habichtskauz Rückzugsräume, wie es sie sonst kaum noch in Deutschland gibt.
Wildes Bayern · Der Nationalpark Bayerischer Wald
1990 begann eine außergewöhnlich starke Borkenkäferplage im Nationalpark Bayerischer Wald mehrere Tausend Hektar alter Fichtenbestände zu vernichten. Ganz bewusst unterließ die Parkverwaltung eine Bekämpfung und bald begann ein neuer, gesünderer Wald heranzuwachsen – ein neuer Urwald. Natürlich zog diese Vielfalt auch viele neue Tier- und Pflanzenarten an. Selbst Luchs und Fischotter sind zurückgekehrt und haben hier wieder eine Heimat gefunden.
Filmautor Jürgen Eichinger stellt im Gang der Jahreszeiten diesen größten deutschen Waldnationalpark vor. Waldeidechsen und Kreuzottern nutzen die umgestürzten Bäume zum Sonnen und Wärme tanken. Hart und kalt sind die Winter im Bayerischen Wald. Zu keiner anderen Jahreszeit ist die Natur hier so unberührt und urwüchsig. Der Frühling kommt spät in das Grenzgebirge. Habichtskäuze nutzen die Baumstümpfe zum Brüten. Mit Beginn des Sommers sind alle Vögel zurückgekehrt. Unzählige Schmetterlinge, Käfer und Bienen bevölkern die blühenden Hänge. Auch bei den Spätbrütern, wie Sperber und Sperlingskauz, sind nun die Jungen flügge. Den Spechten dient das Totholz als Trommelplatz oder zur Anlage von Höhlen und der Luchsfamilie als Versteck.
Urwald von morgen: Nationalpark Eifel
Die Eifel ist der erste Nationalpark NRWs. 50km südwestlich von Köln entfernt, ist sie das grüne Herz des Westens, ein wegweisendes Experiment: 75% des ehemaligen Wirtschaftswaldes verwildern.
Tote Bäume werden stehen gelassen, Äste krachen herab und Stämme vermodern am Boden. So entsteht ein Urwald von morgen, der schon jetzt vor allem scheuen Tieren ein einzigartiges Zuhause bietet. Abseits der Dörfer und Äcker stehen die heimlichen Rückkehrer im Mittelpunkt. Heimlichtuer, die die Menschennähe nicht mögen, oft scheu und zurückgezogen leben oder ohne Rückzugsorte aussterben würden. Darunter „Eifeltiger“ und andere Wildkatzen.
20 Jahre Nationalpark Eifel
Lokalzeit am Samstag. 14.09.2024.
